Ein Blick in den Pressespiegel.

Fussball als Dschungelcamp

FCB-Präsident Bernhard Heusler sprach in einem launigen Vortrag in der Münchensteiner «Hofmatt» über das Innenleben eines Fussballvereins und die Erfolgsfaktoren einer Teamführung.

Tobias Gfeller

Alles, was er anfasst, wird zu Gold. Und wie er das macht, erzählt er uns heute.» Die Ankündigung von FCB-Präsident Bernhard Heusler durch Hofmatt-Geschäftsleiter Pablo Sütterlin hätte wohl nicht euphorischer sein können und machte den prominenten Gast gleich mal etwas verlegen. Doch Heusler erfüllte, was die rund 160 anwesenden Zuschauer im beinahe vollen Saal in der «Hofmatt» am Dienstagabend in Münchenstein erwarteten.

FCB-Heimspiel als Generalversammlung
«Eine Gruppe hochbegabter ‹Fuss-Werker› bestimmt das Image und die Wirtschaftlichkeit des Basler Unternehmens mit gesamthaft 200 Mitarbeitern. Das ist schon sehr speziell.» Und alles spiele sich in der Öffentlichkeit ab. Jede Woche finde quasi eine «Art Generalversammlung» statt, wie Heusler die FCB-Heimspiele umschrieb. Dies erfordere von der Führung Widerstandskraft und Mut. «Alle im Stadion sehen den Club irgendwie als Teil von sich. In der heutigen Zeit stehen wir in einem Konflikt zwischen Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit und dem Schutz des Unternehmens», so Heusler. Der FCB sei mittlerweile Teil des modernen Entertainments und nicht nur ein Sportverein. Mit Zeitungsartikeln aus den letzten Jahren, in denen der FCB nach Siegen in der Champions League hochgejubelt wurde, um zwei Wochen später beschimpft zu werden, unterstrich er das schnelllebige Geschäft. «Der Fussball ist wie Dschungelcamp und DSDS. Schnell identifiziert man sich mit Menschen. Ebenso schnell werden sie aber wieder fallen gelassen.»

Risiken bei der Budgetierung
Mit mehreren Statistiken unterstrich Heusler die Ausnahmestellung des FCB im internationalen Fussball. «Man muss sich der Dimensionen bewusst werden. Real Madrid verkaufte in der ersten Woche nach dem Transfer von WM-Torschützenkönig James Rodriguez 350 000 Trikots von ihm. Von unserem beliebtesten Spieler verkaufen wir pro Jahr 350 bis 400 Stück.» Jedes Jahr begibt sich der FCB auf einen «finanziell wahnsinnigen Spagat», wenn er strukturell 15 Millionen Verlust budgetiert, den er mit Transfererlösen und Europacup-Einnahmen als Sonderfaktoren auszugleichen versucht. Dass dies nun zum fünften Mal in Folge klappte, sei auch in Europa aussergewöhnlich.


Freude wich der Erleichterung
Heusler erzielte mit witzigen Anekdoten immer wieder Lacher. Dass mit dem Transfer des Ägypters Mohamed Salah dem Verein ein Coup sondergleichen gelungen war und damit in Nordafrika ein regelrechter FCB-Hype ausgelöst wurde, sei den Vereinsverantwortlichen zu Beginn nicht bewusst gewesen. Am Ende der ersten Saison, bei der Wahl der besten Spieler des Jahres, fragte eben dieser Salah. «President, should I win?» Heusler antworte aus dem Stegreif: «Sure!». «O.k., I put it on my Facebook-Page», meinte Salah und gewann dank den Stimmen aus seinem Heimatland alle möglichen Wahlen. Seidem wird nicht mehr online abgestimmt.

Nach dem Referat war es am Publikum, dem FCB-Präsidenten Fragen zu stellen. Wie er das Fan- und das Präsident-Sein trennen würde, wollte jemand wissen. «Das ist wirklich schwierig. Zu Beginn jubelte ich noch kräftig bei Toren mit. Mittlerweile ist die Freude mehr der Erleichterung gewichen. Das leichte Ausleben geht schon etwas verloren.» Heusler gab zu, dass er sich auf dieses Fansein im eigentlichen Sinne freute. Aber dies werde wohl erst wieder möglich, wenn er nicht mehr FCB-Präsident sei. Und das will momentan wohl kein FCB-Fan, wie die Begeisterung für Heusler in der Hofmatt zeigte.

Wochenblatt

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Wie einst vor 50 Jahren: Die «Hofmatt» wird wieder zum Erlebnis-Ort

Das neue Pächtertrio sorgt im Hotel und Restaurant Hofmatt wieder für mehr Eventsund Erlebnisse. Dies ist vor allem durch den prunkvollen Saal und den renovierten Garten möglich.

Einst war die Hofmatt in Münchenstein der «Place to be», wenn es in der Region um das besondere Ausgangserlebnis ging. Daran erinnern sich vor allem die heuteälteren Menschen noch, die in den 1950er und 1960er-Jahren ihre aktive Zeit durchlebten. Das Hotel und Restaurant Hofmatt steht immer noch, ringsherum hat sich aber viel verändert. Im Innern erinnert die Tangokugel im grossen Saal, wie die Discokugel damals liebevoll genannt wurde, noch an Tanzabende und Partynächte. Doch diese Zeiten waren jahrelang vorbei. Das soll sich nun ändern. Ein Saal für fast alle Ereignisse. Die Gebrüder Robin und Pablo Sütterlin, die zusammen mit Pascal Schneitter seit knapp einem Jahr die Hofmatt von der Bürgergemeinde Münchenstein pachten, kommen ins Schwärmen, wenn sie über ihre Vorstellungen zur Hofmatt der Zukunft äussern. «Sie soll wieder zu einem über Münchenstein hinaus bekannten Ort werden, wo Events stattfinden und Firmen und Private selber tolle Anlässe feiern können», erzählt Robin Sütterlin. «Als wir den grossen Saal zum ersten Mal sahen, verliebten wir uns gleich in ihn.» Und der rund 350 Quadratmeter grosse Saal hat es definitiv in sich. Über 400 Personen finden darin Platz, die Bühne bietet die Möglichkeit für Aufführungen und von der Galerie auslässt sich das Geschehen unten auf dem Parkett perfekt überblicken. «Wir hatten kürzlich den Kinderstar Andrew Bond hier und im Oktober kommt Komiker Peach Weber», sagt Pablo Sütterlin mit Stolz. Eine professionelle Event-Managerin, die in diesen Tagen ihre Arbeit aufnimmt, soll den Erlebnisfaktor und die Vielfalt an Ereignissen steigern. Neben den eigens organisierten Veranstaltungen können auch Firmen und Private ihre Anlässe, wie Weihnachtsessen und Geburtstage, durchführen.«Wir sind bereit, um auf die vielfältigen Wünsche – auch was die Dimensionen und die Preisklassen angehen – einzugehen. Unser Team und unsere Küche sind sehr flexibel», betont Pablo Sütterlin. Der Saal bietet auch einen optimalen Ort für Tanzveranstaltungen,Varietétheater, Hochzeitsfeste und Ausstellungen. Wer es etwas kleiner will, kann den kleinen Saal im Obergeschoss oder das gemütliche Grotto mieten. Grill, Jazzmusik und Fussball-WM Der renovierte Garten des Restaurants mit neuen Stühlen und Tischen lädt an schönen Tagen zum Verweilen ein. Die Ahornbäume spenden Schatten und bieten zusammen mit dem speziellen Licht eine romantische Atmosphäre.«Wir wollen auch im Garten vermehrt Events durchführen», sagt Pablo Sütterlin. Inden Sommermonaten wird es jeweils am Samstag Grillabende geben. Auch live Jazzmusik und natürlich die Übertragung fast sämtlicher WM-Spiele von Brasilien stehen in der Planung. Die Küche bezeichnet Küchenchef-Andre Bürgi als «gut bürgerlich mit währschaften Portionen». Das Essen bestehe aus einer «guten Schweizerküche mit mediterranem Einschlag». Das 15-köpfige Team der Hofmatt ist jung und dynamisch. Das sehr gut ausgelastete Hotel mit seinen 18 Zimmern dient dabei als wichtiges Standbein. Die Geschäftsleitung hofft, wieder vermehrt junge Gäste anlocken zu können und ältere, die Erinnerungen mit dem Traditionshaus verbinden, neu zu begeistern. So soll der Ort direkt an der Tramhaltestelle wieder zum Magneten der Region werden.


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Hofmatt in neuen Händen - 18.07.2013

Das Wochenblatt schreibt:

Kaum ein Jahr führte die Bubendorfer RCB Catering die Münchensteiner Hofmatt als der Restaurantbetrieb plötzlich eingestellt wurde. Jetzt haben Jungunternehmer den Betrieb übernommen.

Lukas Hausendorf

Was denn auch los sei mit der Hofmatt, fragten bereits einige Bürger auf der Gemeindeverwaltung. Im Dorf machte es rasch die Runde, dass der Betrieb des einzigen Münchensteiner Hotels plötzlich still stand. An der Bürgergemeindeversammlung vom 3. Mai konnte man schon vernehmen, dass die RCB Catering offenbar mit Anlaufschwierigkeiten in der Hofmatt zu kämpfen hatte. Erst im Mai vor einem Jahr hatte das Bubendorfer Gastrounternehmen die Pacht des Hauses übernommen, das die Bürgergemeinde im August 2011 erworben hatte. Damals trat RCB Geschäftsführer Marcel Rutschmann guter Dinge an die neue Aufgabe heran. Von Synergien mit dem Bankettgeschäft der Cateringfirma war die Rede und davon, dem Dorf einen neuen Treffpunkt zu geben. Offenbar ist die Rechnung aber nicht aufgegangen, wenn Rutschmann sich nach knapp einem Jahr aus der Hofmatt zurückzieht. Für eine Stellungnahme war er nicht zu haben, mehrere Anfragen des «Wochenblatts» liess er unbeantwortet.

Neues Team, neues Glück

Jetzt ist wieder neues Leben eingekehrt an der Baslerstrasse 88. Ein neues Team um den Reinacher Jungunternehmer Pablo Sütterlin (27) hat das Hotel-Restaurant mit dem mittlerweile fertig renovierten grossen Saal übernommen. Er sprüht vor Optimismus. «Die Lage ist genial», schwärmt Sütterlin. Nah an der Stadt gelegen, eine eigene Tramhaltestelle, die Erreichbarkeit könnte kaum besser sein. Auch die Nachfrage im Hotelbetrieb ist da. Während des Gesprächs in seiner neuen Wirkungsstätte klingelt das Telefon immer wieder und bei Geschäftsleitungsmitglied Pascal Schneitter gehen neue Reservationen ein.
Auch Passanten würden gerne einen Kaffee trinken. Sie müssen sich aber noch gedulden. Während das Hotel seit Montag wieder in Betrieb ist, wird das Restaurant erst am 2. September wieder eröffnet werden. Bis dahin werden Sütterlin und seine Mitstreiter die Prozesse im Betrieb analysieren und ihrem gastronomischen Konzept den Feinschliff geben. Gutbürgerlich mit mediterranem Einschlag soll gekocht werden.

Synergien im Eventbereich

Das eigentliche Herzstück der Hofmatt ist der grosse Saal, den die Bürgergemeinde für mehrere Hunderttausend Franken auf Vordermann gebracht hat. Dieser ist nach einjähriger Renovation nun wieder voll funktionstüchtig und wird bis Ende Jahr bereits rege genutzt werden. Neben Hochzeiten, einer Country Night und dem Basler Sommernachtsball bringt auch Sütterlin selbst Leben in den Saal. Der Neo-Gastronom kommt nämlich eigentlich aus dem Veranstaltungsgeschäft. Unter anderem ist er im Basler Psi-Verein tätig, der jährlich um die hundert Anlässe organisiert. Zehn davon werden bis Ende Jahr in der Hofmatt stattfinden. Der erste bereits Ende Juli mit dem schweizweit bekannten Medium Pascal Voggenhuber.
An ganz- oder mehrtägigen Seminaren kommen dann auch Synergien mit dem Hotel und Restaurant zu tragen, in dem die Teilnehmer untergebracht und verpflegt werden. Die Hofmatt wird nun aber nicht zum Zentrum für esoterische und grenzwissenschaftliche Events. «Das Programm soll alle ansprechen», betont Sütterlin. Auch ein Public Viewing an der Fussball-Weltmeisterschaft sei möglich. Überdies wird auch die Kulturkommission der Bürgergemeinde Veranstaltungen im Saal durchführen.

Wochenblatt

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Die Hofmatt ist wieder erwacht

von Roger Berger

Wer nach einem anstrengenden Zügeltag ein nahe gelegenes Restaurant sucht, kann nicht viel mehr Glück haben als wir. Die Hofmatt, Münchensteins einziges Hotel, Jahrzente in einem Dornröschenschlaf versunken wurde mit Mitteln der Bürgergemeinde als neuer Besitzerin liebevoll renoviert. Seit kurzem wird sie von einem jungen, dynamischen Team wieder mit Leben erfüllt.

Wer sich wie ich an Bunte Abende und Maskenbälle in dem wunderschönen Saal mit Bühne erinnern kann, wird erfreut sein zu hören, dass auch dieser in altem Glanz wieder zur Verfügung steht - Tangokugel inklusive.

Das ehrgeizige Ziel, die Hofmatt zu einem Treffpunkt für Einwohner, Firmen und Verein zu machen, dürfte erreicht werden. Das Hotel ist voll und die ersten Veranstaltungen in den Sälen sind gebucht. Und ja, auch die Küche macht sich.

Müde und hungrig wären wir ja auch mit weniger zufrieden gewesen. Doch ein freundlicher Gruss aus
der Küche(Gemüsefrikadelle mit Basilikum-Schaum) und der erste Schluck Rotwein(Kluser Julian Cuvée von Koellreuter, Fr. 38.50/7,5dl) sorgten für ein gesteigertes Vergnügen. Die Karte ist klein und erfreulich übersichtlich. Gutbürgerliche Küche mit mediterranem Einfluss, so lautet der Anspruch, der auch eingelöst wurde. Dies alles mit einer Prise Originalität.

Aufmerksamer Service
Der gemischte Salat mit gerösteten Kernen und Süsskartoffelchips (Fr. 8.50) war angenehm klein
geschnitten. Das zarte Cordon Bleu vom Schweinskotelett gefüllt mit Rohschinken und St. Galler Bergkäse in einer Sesam-Kürbis-Panade (Fr. 34.50) war so überraschend wie gut. Auch das sautierte Zanderfilet auf Zuchetti mit Trockenreis und Salsa Verde (Fr. 28.-) stiess auf Zustimmung. Der aufmerksame Service war das i-Tüpfelchen.

Kritikpunkte? Der Weinkarte wünschen wir Jahreszahlen und den Desserts die Originalität der Hauptspeisen. Das allerdings war nicht der Grund, warum wir keines versuchten. Wir waren einfach satt und müde vom langen Tag. Übrigens, mittlerweile empfiehlt es sich wieder zu reservieren, auch mittags (Menü Fr. 16.50 bis 21.50)

Basler Zeitung